Alt-Stralau

Geplante Flüchtlingsunterkunft auf Alt-Stralau

Meine Position

Stand: August 2026

Kurz zusammengefasst

Das Land Berlin plant gemeinsam mit der degewo auf dem Grundstück Alt-Stralau 63–65 die Errichtung einer Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) mit rund 300 Plätzen. Ich sehe dieses Vorhaben kritisch und werde mich dafür einsetzen, dass die Planungen überarbeitet werden.

Die Unterkunft soll nach derzeitiger Planung bis 2028 fertiggestellt werden und anschließend durch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) betrieben werden. Der Neubau soll an der Ecke Alt-Stralau/Glasbläserallee entstehen. Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude soll saniert und künftig für sozial- und integrationsbezogene Angebote genutzt werden.

Warum ich das Projekt ablehne

01

Stralau braucht Wohnraum für alle Berliner

Berlin befindet sich weiterhin in einer schweren Wohnungskrise. Gerade Familien finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum und müssen häufig den Bezirk oder sogar die Stadt verlassen. Auch Kinder, wenn sie die elterliche Wohnung für Studium oder Ausbildung verlassen, haben kaum eine Chance auf eine Wohnung in der Nähe.

Deshalb halte ich es für falsch, ein wertvolles Grundstück auf Stralau dauerhaft für eine große Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Aus meiner Sicht sollte dort stattdessen ein Wohnquartier entstehen, das allen Berlinern offensteht.

02

Die Bebauung ist für Stralau überdimensioniert

Nach den bisherigen Planungen soll ein Gebäude mit bis zu sieben Geschossen entstehen. Stralau zeichnet sich überwiegend durch eine niedrigere Bebauung aus. Ich halte es deshalb für fraglich, ob sich ein derart großer Baukörper an dieser exponierten Stelle in das bestehende Ortsbild einfügt.

Eine behutsame Nachverdichtung ist richtig. Sie sollte sich jedoch am Charakter des Stadtteils orientieren.

03

Das Grundstück sollte einen Mehrwert für den gesamten Kiez schaffen

Im denkmalgeschützten Bestandsgebäude sind nach den bisherigen Planungen überwiegend Beratungs- und Begegnungsangebote vorgesehen, die die Flüchtlingsunterkunft ergänzen sollen. Ich wünsche mir stattdessen eine Nutzung, die allen Menschen auf Stralau zugutekommt.

  • eine Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung,
  • ein Familienzentrum,
  • Räume für Vereine und Nachbarschaft,
  • Angebote für Senioren,
  • oder eine Kombination verschiedener sozialer Einrichtungen.

Gerade Stralau verfügt bislang über vergleichsweise wenige öffentliche Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.

04

Mehr Grün statt vollständiger Bebauung

Insbesondere im vorderen Bereich der Halbinsel fehlen öffentliche Grün- und Aufenthaltsflächen. Deshalb sollte geprüft werden, ob ein Teil des Grundstücks dauerhaft als kleine Grün- oder Erholungsanlage gestaltet werden kann.

Eine solche Fläche würde nicht nur den zukünftigen Bewohnern, sondern allen Anwohnern zugutekommen.

05

Bürger müssen frühzeitig beteiligt werden

Viele Anwohner hatten den Eindruck, dass die Entscheidung für eine Flüchtlingsunterkunft bereits getroffen war, bevor die öffentliche Diskussion richtig begonnen hat.

Ich halte es für wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in solche Planungen einbezogen werden und ihre Hinweise tatsächlich Einfluss auf die weitere Entwicklung haben.

06

Was die SPD-geführte Senatsverwaltung und der grün geführte Bezirk planen

Nach den bisher veröffentlichten Planungen sollen:

  • rund 300 Plätze entstehen,
  • das Gebäude vom LAF betrieben werden,
  • keine bestimmte Gruppe von Geflüchteten vorgesehen sein,
  • im Bestandsgebäude Beratungs-, Begegnungs- und Integrationsangebote eingerichtet werden,
  • die Sanierung des Altbaus parallel zum Neubau erfolgen.
07

Wofür ich mich einsetzen werde

Ich werde mich dafür einsetzen,

  • dass die Unterkunft nicht kommt,
  • dass auf dem Grundstück vorrangig Wohnungen für alle Berliner entstehen,
  • dass sich eine mögliche Bebauung besser in das Ortsbild Stralaus einfügt,
  • dass im Bestandsgebäude Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien geschaffen werden,
  • dass öffentliche Grün- und Aufenthaltsflächen berücksichtigt werden,
  • und dass die Anwohner frühzeitig und transparent beteiligt werden.

Mein Ziel für Stralau

Ich möchte, dass sich Stralau behutsam weiterentwickelt – mit Wohnraum, Grünflächen und öffentlichen Einrichtungen, die allen Menschen im Kiez zugutekommen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Ich freue mich über den Austausch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern von Stralau.

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